Vulkantypen aus Basalt

Über 80% der Gesteine Islands sind basaltischen Ursprungs. In eisfreien Gebieten entstehen vulkanische Spalten, Kraterreihen, Schildvulkane und Lavaringwälle, unter Gletschern Lavarücken und Tafelberge.
Basaltisches Magma ist dünnflüssig und legt als Lava weite Strecken zurück. Die basaltische Brockenlava der Laki-Eruption legte bis zu 60 km zurück, um erst danach zu erkalten.

 

Krater und Spalten – Kleiner Ausschnitt aus dem Fördergebiet der Laki-Eruption.

Spalteneruptionen und Kraterreihen

Bei einer Spalteneruption erfolgt der Ausbruch entlang einer vulkanischen Spalte oder Bruchlinie in der Erdrinde. Die Dehnungsvorgänge am mittelatlantischen Rücken lassen eine Vielzahl von Spaltenschwärmen entstehen. Der Druck entlang solcher Schwächezonen baut sich über lange Zeit auf, bis sich die Erdkruste öffnet und die Eruption beginnt. 
Spalten können an Land, unter Gletschern oder am Meeresboden aufbrechen. Die Spalten treten in Schwärmen auf von 40 bis 100 km Länge und 10 bis 30 km Breite. Das basaltische Magma breitet sich rechts und links der Spalte über weite Flächen aus. Fliesst das Magma nur in einer Richtung ab, so entstehen gegenüber niedrige Ränder aus Schlacke. Im Laufe einer Eruption können sich die Förderaktivitäten auf eine Reihe von kleinen Kratern (Kraterreihen) oder einen einzelnen Schlot konzentrieren.

Spalteneruptionen fördern ausschliesslich basaltisches Magma.


Spalteneruptionen können imense Ausmasse annehmen. Die Laki-Eruption (1783, Bild Landschaftsausschnitt unten) förderte insgesamt 14 km3 Basaltlava. Solche Höchstleistungen vollbrachten viele, nur 100 bis 130 m hohe Krater, unterstützt von unzähligen vulkanischen Spalten. Die hohen Drucke schleuderten das glühende Magma 800 bis 1400 m in die Luft(!). Entlang der 25 km langen Spaltenreihen fallen heute die über 130 Krater auf, die in mehreren 2 bis 5 km langen Segmenten stehen.

 
 

Schildvulkan – Der Kollóttadyngja (1’180 m) in der Lavawüste Ódáðahraun im zentralen Hochland.

Schildvulkane

Die Schildvulkane stehen eher unscheinbar in der Landschaft. Sie können kreisförmig, elliptisch oder flach geformt sein und überragen die Hochebene nur 500 bis 700 m. Ihre Hänge sind nur 5 bis 9 Grad geneigt. Typisch ist der symmetrische Bau der Flanken. In der Gipfelregion klafft ein weiter Krater mit niedrigen Schweissschlackenrändern. 
Manche Schildvulkane sind beinahe flach und ihr vulkanischer Ursprung ist nicht sofort erkennbar.
In manchen Fällen stehen die Schildvulkane in direkter Verbindung mit einem mächtigen, heissen Aufströmgebiet in der Erdkruste.

Kurz nach dem Ausbruch konzentrieren sich die Förderaktivitäten auf einen Schlot. In mehreren Ausbrüchen fördern die Vulkane riesige Mengen dünnflüssiger Basaltlava und wachsen zu einem Schild heran.
Bei fortgeschrittenen Schildvulkanen strömt das Magma selten über den Kraterrand hinaus. In zahllosen Lavatunneln fliesst die Schmelze unter der bereits erkalteten Lava hindurch und tritt weit entfernt an die Oberfläche.

Nach den Kaltzeiten förderten die isländischen Schildvulkane im zentralen Hochland riesige Mengen an Fladenlava, die weit entfernt vom Förderort in den Ebenen zur Ruhe kamen. Sie bildeten bis zu 80 km2 grosse Lavafelder. Manche Laven erstarrten sogar erst am Meeresgrund.

 

Entstehung Lavarücken – Nach dem Abschmelzen des Gletschereises ist der Vulkan ungeschützt der Verwitterung und Erosion ausgesetzt.

Basalt-Lavarücken im Domadalur

Lavarücken und Tafelberge

Liegen Vulkane und Gletscher in unmittelbarer Nähe zueinander, so werden sich diese Kräfte auch gegenseitig beeinflussen und zu eigenen Formen führen. Auf Island kommen denn auch recht häufig Eruptionen am Gletschergrund vor.
Die heissen Lavabrocken treffen auf eiskaltes Gletschereis und explodieren. Dabei entstehen die verwitterungsanfälligen Tuffe und Bims. Die Gletschermassen über der heissen Lava verhindern, dass sich die Lava fortbewegen kann. Wird die Gletscherdecke von der heissen Lava nicht durchbrochen, so entstehen Lavarücken ohne schützenden Lavaschild.

Fördert ein aktiver Lavarücken weiterhin mächtige Mengen an Lava, so wird die Gletscherdecke vollständig durchbrochen. Diese Lava muss nicht mehr in direktem Kontakt mit den Eismassen treten, es bildet sich über dem Rücken ein Schild aus harter Basaltlava. Ein Tafelberg ist entstanden. Nach dem Abschmelzen der Gletscher schützt dieser Schild den Tafelberg vor zu starker Erosion.

Entstehung Tafelberg – Nach dem Abschmelzen des Gletschereises ist der Vulkan durch eine harte Basaltplatte recht gut vor Verwitterung und Erosion geschützt.

Basalt-Tafelberge bei Þingeyri in den Westfjorden.

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