Tektonische Brüche

Das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten führt zu Spannungen im Fels. Ständig entstehen win­zige Brüche und Klüfte an den Schwächezonen. Manchmal werden ganze Gesteinspakete gegeneinander verschoben. In solchen Fällen wird die Bewegungsfläche als «Verwerfung» bezeichnet. Solche Flächen verlaufen meist senkrecht oder stark geneigt.
Solche Verwerfungen oder Bruchlinien können bis zu hunderten von Kilometern ausdehnen. Ursache sind meist horizontale Druck- oder Zugkräfte, die mit plattentektonischen Vorgängen in Zusammenhang stehen. Lokale Abweichungen sind nicht selten.
In der Tiefe der Spalte ist der Boden heiss. In Höhlen sammelt sich das Wasser zu unterirdischen Seen. In vielen Fällen kann die Spalte einem bekannten Vulkansys­tem zugeordnet werden.

Auf Island häufig sind die tektonische Spalte, die Abschiebung und der Graben. Alle drei haben mit Dehnungen der Erdkruste zu tun, wie sie auf der Insel häufig vorkommen.

A) Tektonische Spalte

Eine Spalte (engl. fissure, isländ. gjá) ist eine klaffende Fuge oder Trennfläche innerhalb eines Gesteinskörpers. Die Größenordnung einer Spalte liegt im Bereich von einigen Millimetern bis Metern in der Weite, sowie mehrere Zentimeter bis Hunderte von Metern in der Länge und in die Tiefe.
Man kann sich ein Stück Käse vorstellen, das in zwei Richtungen auseinander gezogen wird. Da entstehen vorerst viele kleine Risse im Übergangsbereich der Zugkräfte. Mit einem noch kräftigeren Dehnen vergrössern sich die ersten Risse zu Spalten.
In der Tiefe der Spalte ist der Boden heiss. In Höhlen sammelt sich das Wasser zu unterirdischen Seen. In vielen Fällen kann die Spalte einem bekannten Vulkansys­tem zugeordnet werden.
Dehnungen der Erdkruste über weite Gebiete führen zu Spaltenschwärmen. Die Schwächezonen bestimmen Form und Richtung einer einzelnen Spalte und für den Schwarm insgesamt. Zahlreiche Spaltenschwärme folgen einander über viele Kilometer. Meist sind sie zueinander leicht versetzt.

 

B) Abschiebung

Bei einer Abschiebung (engl. fault) wird das eine Gesteinspaket nach unten verschoben. Dies geschieht meistens mit einem Einfallswinkel zwischen 30 bis 60° Grad gegenüber dem senkrechten Lot. Abschiebungen sind typisch für Dehnungsgebiete, wo sich an der Oberfläche meistens Grabenstrukturen bilden.

 

C) Graben

An der Bruchkante offener Klüfte schieben sich Gesteinspakete ab. Grössere Abschiebungen erfolgen meist sprunghaft. Als Graben wird das Gebiet bezeichnet, das zwischen zwei Krustenteile eingesunken ist. Die gesamte Ebene von Þingvellir, die zwischen der Almannagjá im Westen und der Hrafnagjá im Osten entstanden ist, ist ein Grabenstück. In jungen Bruchzonen können ganze Reihen von Abschiebungen eine stufenartige Landschaft formen.

Tektonischer Graben – Das Beispiel «Þingvellir» – Wenn sich Felsen dehnen. Die Ebene ist ein tektonischer Graben, der durch gleichzeitiges Abschieben des Talbodens und Auseinanderdriften der Spalten Almannagjá im Westen und Hrafnagjá im Osten entstanden ist. Der Graben ist 5 bis 7 km breit, seine Sprunghöhe beträgt 40 bis 60 m, die in knapp 10’000 Jahren entstanden sind. Das Tal erweitert sich im Durchschnitt 3 mm pro Jahr, der Talboden sinkt 1 mm. Tektonische Vorgänge können den Grund auch sprunghaft bis zu 1 m absenken. Zahlreiche 5 bis 10 m breite Spalten durchziehen den Talboden. Sie sind Zeugen der starken Kräfte, die in der mittelatlantischen Riftzone verborgen sind.

Auf Island häufige tektonische Brucharten.

Tektonische Spalte – Mächtige tektonische Spalten durchziehen das Mývatn-Gebiet. Knapp darunter liegt eine 50 Grad heisse Quellwasserschlucht. Die Grjótagjá entstand während den Krafla-Feuern (1975 bis 84).

Breiter Graben – Die Eldgjá ist 40 km lang und bis zu 150 m tief. Sie ist Teil des vulkanischen Systems Katla, welches 80 km lang und bis zu 20 km breit ist. In den letzten 10‘000 Jahren sind im Gebiet rund 100 Eruptionen vorgekommen. Die meisten aus der Katla selbst, doch 15 km3 soll die Eldgjá dazu beigetragen haben. Stark dehnten sich die einst zusammenhängenden Grabenwände.

 
 
 

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Landschafts- und Siedlungsfotografie

Bernhard H. Knaus

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