MacDonnell Ranges – Gaps + Wholes

Die langgezogene Gebirgskette der MacDonell Ranges liegt im Northern Territory auf der Höhe von Alice Springs und besteht aus parallel laufenden Bergkämmen aus rotem Sandstein. Die Kette ist nach Sir Richard MacDonnell benannt, der zur Zeit ihrer Entdeckung Gouverneur von South Australia war. Mehr

Weite Graslandschaften – 20-280

 

Typisch für die MacDonnells Ranges sind die weiten Grasländer mit an die Trockenheit angepasste Akazien und sandgelben Stachelkopfgräsern; auch Spinifex genannt. Bis zu den fernen Gebirgsrücken (rund 1‘500 m.ü.M.) wechseln sich die Gräser mit den grünen Akaziengebüschen ab. Die Grösse der Pflanzen nimmt mit zunehmender Entfernung ab und sie überdecken sich. Zusammen mit den Gebirgen in der Ferne entsteht eine ausgezeichnete Räumlichkeit.

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Scharfe Platten – 20-281

 

Eine leichte Bewölkung schwächt das kräftige Mittagslicht an einem Abhang der MacDonnell Ranges ab und lässt die gelborangen, kantigen Felsplatten nach vorne treten. Die verzweigten, offenen Formen der Gebüsche und Grasnarben stehen in einem Formkontrast zu den meist kompakten Felsbrocken. Zahlreiche Staffelungen und Überschneidungen der Platten, die diagonale Ausrichtung des Abgrunds sowie der niedrige Aufnahmestandpunkt betonen die Räumlichkeit.

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Sanfte Abhänge – 20-282

 

Auch in den MacDonnell Ranges gibt es die rotorangenen Felspartien.  Im Gegensatz zu den steilen Abhängen des Uluru oder Kata Tjuta laufen sie sanft in die flache Ebene aus. Die einzelnen Abhänge sind zueinander in Reihe angeordnet und überdecken sich wenig. Die grünen Gebüsche sind gleichmässig verteilt. Daraus entsteht zusammen mit dem rötlichen, steinigen Untergrund ein split-komplementäres Farbenpaar. Die Überdeckungen und der Farbkontrast führen zu einer starken Räumlichkeit.

Grüner Simpsons Gap – 20-283

 

Simpsons Gap bildete sich, als der Fluss Roe Creek mächtig anstieg und sich mit der Kraft eines Hochwassers den Durchbruch durch die MacDonnell Ranges schaffte. Heute würde man eine solche Leistung dem kleinen Flüsschen kaum noch zutrauen. Der enge Durchgang ist umgeben von grünen Bäumen. Der Boden ist ein ebener Sandboden.

Knapp gefüllt – 20-284

 

Mitten im Simpson Gap liegt das im knapp gefüllte Waterhole. Im Gegensatz zu den trockenen Gebirgsrücken der MacDonnell Ranges gibt es hier Wasser. Grüne Akazien und Eukalypten hinterlassen in der Ferne einen recht frischen Eindruck. Zusammen mit den Teichen, den dazwischen liegenden Sandflächen sowie den nahen und fernen Felsbrocken betonen diese Aspekte die Räumlichkeit im Bild.

Scharfkantige Felsklippen – 20-285

 

Hoch hinauf ragen die Felsklippen im Simpsons Gap. Das Geröllfeld gibt einen Eindruck, was für Kräfte wirken mussten, damit dieser Durchbruch auf natürliche Art geschaffen werden konnte. Der nahe, glattgeschliffene und mächtige Felsbrocken sticht aus dem Motiv hervor. Der breite Abhang gibt die nächste Stufe vor. Schliesslich übertreffen nur noch die in den Himmel ragenden Felsspitzen den Eindruck von Mächtigkeit.

Ellery Creek I – 20-286

 

Der Ellery Creek durchquert die MacDonnell Ranges in einer engen Schlucht. Darüber strahlen die Bäume und Felsen im starken Nachmittagslicht. Der helle Baumstamm liefert zusammen mit dem dunkelblauen Himmel einen Helldunkel-Kontrast und gibt den Ausschlag, selbst als Akzent im Bild zu wirken. Seine offene Form stellt einen Formgegensatz zum flächigen dunkelblauen Himmel dar. Die tiefer liegenden Baumkronen kontrastieren gegen den rotorangenen Felsen.

Ellery Creek II – 20-287

 

Ein leicht bewölkter Nachmittag sorgt am Ellery Creek Big Hole für ein helles Licht und detailgenaue Oberflächen-strukturen. Am Seeufer wachsen Gruppen von Eukalyptusbäumen, erkennbar an der typisch grauweissen Rinde. Hinter der Baumgruppe zieht sich die kantige Felswand senkrecht in die Höhe. Der Farbübergang von den kalten Grüntönen zum warmen Orange und Gelborange ist deutlich ausgebildet. Die Felsen in den warmen Tönen wollen optisch nach vorne treten, doch die Eukalyptusbäume verhindern dies. Der ohnehin schon enge Raum zwischen der Felswand und den Bäumen verdichtet sich noch mehr. Die Bäume scheinen an der Felswand zu kleben.

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Ochre Pits – 20-288

 

Bei Ochre Pits wurden einst natürliche Farbstoffe abgebaut und für die Malerei aufbereitet. Die hohen Temperaturen sorgten bei der Verwitterung dafür, dass die chemischen Prozesse eine grosse Rolle gespielt haben. Bei diesen Kalksteinen bestimmten die Eisenoxid-Verbindungen die Färbung. Die Farbbänderung von den hellen, nahen Ockertönen zu den dunkelroten Felspartien in der Ferne betonen die Räumlichkeit im Bild.

Wahrhafter See – 20-289

 

Bei Glen Helen hat sich der Finke River einen Weg durch die Gebirgskette der McDonnell Ranges gebahnt. Nicht nur Schluchten mit Wasserlöchern können in solchen Durchgängen entstehen, sondern auch wahrhafte Seeland-schaft strahlt in der frühen Abendsonne. Im heissen Sommer ist das Wasserloch ein wichtiger Zufluchtsort für die Fische und für migrierende Wasservögel.

Kräftiges Abendrot – 20-290

 

In den Felsen über Glen Helen überstrahlt die leuchtende Abendsonne alle anderen Farben. In manchen Fällen empfinden wir diesen Rotanteil als zu üppig, doch tatsächlich gab es damals im Verlauf des Sonnenunterganges solch starke Einstrahlungen.

Geologie der MacDonnell Ranges

 

Die geologische Entwicklung der MacDonnell Ranges ist eng mit dem Great Amadeus Basin verbunden. Bereits vor 900 Millionen Jahre bestand der Kern des australischen Kontinents aus einer Reihe von riesigen geologischen Becken, den «Basins». Zahllose Flüsse zogen von den Beckenrändern weit ins Herzen von Australien hinein. Überraschend wenige wählten den entgegen gesetzten Weg zum näher gelegenen Meer.
Während Millionen von Jahren waren diese Basins Seen. Die Zuflüsse lagerten ihre mitgeführte Fracht an Sanden, Tonen, Schlamm und Kalk ab. Im Amadeus Basin entstand eine bis zu 12 km mächtige Sedimentschicht.

Die uralten Bergkämme der westlichen MacDonnell Ranges führen von Alice Springs aus 160 km in den Westen. Ursprünglich eine Ablagerungsebene, wandelte sich das Gebiet durch einen massiven Druck von Norden in ein bis zu 6’000 m hohen und 400 km langen Faltengebirge. Damals entstanden als nördlicher Rand des Great Amadeus Basin die MacDonnell Ranges.

In der Folge konnten sich einige Gebirgsschichten stärker der Verwitterung und Abtragung widersetzen als andere. Daraus ist eine eigenartige Landschaft aus vielen rundlichen, meist parallel zueinander angeordneten Gebirgsrücken entstanden. Heute sind sie bis auf den harten Kern ausgewaschen und abgetragen.
Das Amadeus Basin umfasst heute mit seinen Dünen und Salzseen rund 4’700 km2. In seinem nördlichen Teil liegen bedeutende Ausflugsziele wie Uluru und die Kata Tjuta. Den nördlichen Beckenrand bilden die Macdonnell Ranges. An zahlreichen Stellen sind diese Gebirgszüge von tief eingeschnittenen und teilweise nur wenige Meter breiten Einschnitten durchbrochen. Solche Gaps sind zum Beispiel Simpsons Gap, Ellery Creek und Glen Helen.

 
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