Auf Platten aufziehen

Die vielfältigen Anforderungen an Konstruktionsmaterialien in der Industrie und im Handwerk boten immer wieder Gelegenheit, Platten für die unterschiedlichsten Bedürfnisse zu entwickeln. Manche von ihnen eignen sich auch für ein Aufziehen von grossformatigen Fotografien. Dazu gehören Aluminiumplatten, Schaumplatten, MDF- und HDF-Platten sowie Alu-Dibondplatten. Zum Aufziehen gehört auch eine stabile Aufhängevorrichtung.

 

Bild auf einer Aluminiumplatte aufgezogen.

Aluminiumplatten

Das Bild wird auf eine ein bis drei Millimeter dicke Alumiumiunplatte aufgezogen. Aluminiumplatten sind formstabil und leicht, besonders wenn sie auf der Rückseite noch mit Distanzleisten versehen sind. Sie geben dem Bild eine noch bessere Stabilität. Aluminiumplatten können auf ein kleines bis mittleres Bildformat zugeschnitten werden. Ab einer Bildfläche von 1.5 m2 ist der nachfolgende Alu-Dibond stabiler.

 
 

Bild auf einer Alu-Dibond-Platte aufgezogen.

Alu-Dibond-Platten

Der Dibond, auch Alu-Dibond genannt, ist ein steifes Verbundmaterial aus zwei dünnen 0.3 mm dicken Aluminiumschichten und einem leichten, aber stabilen Polyethylen-Kern. Gängig sind Gesamtstärken von 2 mm. Platten aus Dibond sind leichter als aus Aluminium ähnlicher Stärke.

 

Aluminium oder Alu-Dibond?

Für kleinere und mittlere Bilder bis 1.5 m2 Bildfläche ist Aluminium stabil genug. Man achtet es kaum, das Bild erhält den Eindruck von «Leicht». Alu-Dibond-Platten eignen sich für Bildflächen über 1.5 m2. Das Verbundmaterial ist in diesem Grössen formstabiler und leichter als Aluminium. Alu-Dibond bietet sich auch an, wenn die Bilder besonderen Strapazen ausgesetzt sind, wie sie etwa während Wanderausstellungen auftreten. In diesen Fällen rechtfertigt sich auch der etwas höhere Preis.

 

Bild auf einer Schaumstoff-Platte aufgezogen.

Schaumplatten

Das Bild wird auf eine glatte Hartschaumplatte aufgezogen. Je nach Material und Beschaffenheit können solche Platten ein- oder zweiseitig und für Bild und Text genutzt werden. Die PVC-Platten sind besonders formfest und dauerhaft und eignen sich deshalb für das Aufziehen. Trotz ihrer Festigkeit können sie leicht transportiert werden. Diese Platten werden in erster Linie für Plakate, Messen und Kulissen genutzt. Besondere Schaumplatten eignen sich auch für den Aussenbereich. Für Fotografien mag es eine günstige Alternative sein, doch erscheint eine solche Aufmachung schon als weniger wertvoll.

 

Bild auf einer MDF- oder HDF-Platte aufgezogen.

MDF- und HDF-Platten

Diese Platten aus Holz eignen sich nicht nur für den Trockenbau, sondern auch für das Präsentieren von Fotografien. Die Kürzel MDF bedeutet mitteldichte Holzfaserplatte, HDF meint eine hochdichte Holzfaserplatte. Eine Faserplatte besteht aus feinen zerfaserten, meist rindenfreiem Nadelholz, das geleimt und anschliessend zu Platten gepresst wird. Durch eine besondere Pressung entsteht ein in Längs- und Querrichtung gleichermassen homogener Holzwerkstoff. Die Plattenkanten für Bilder sind etwa 12 mm stark und können in Weiss und anderen Farben bestellt werden.

 

Bild auf einer Platte aufgezogen und in einem Bilderrahmen präsentiert.

Aufgezogen und Gerahmt

Alle auf Platten aufgezogenen Fotografien können auch in einem Bilderrahmen präsentiert werden. Dieses zweistufige Verfahren erlaubt, die Papierwahl auf das Motiv abzustimmen und unabhängig davon ein geeignetes Aufziehmaterial sowie einen passenden Bilderrahmen zu wählen.

 

Über einen Direktdruck auf Platten präsentieren

Findige Spezialisten aus der Werbebranche haben unter den unterschiedlichsten Plattenmaterialien solche herausselektiert, die sich für den Druck  von grossformatigen Fotografien eignen, und die im Aussenbereich für Werbekampagnen eingesetzt werden können. Dazu gehören in erster Linie Alu-Dibond und Acrylglas:

  • Alu-Dibonds sind Aluminiumverbundplatten aus zwei dünnen Aluminiumblechen und einem leichten, aber stabilen Polyethylen-Kern. Das Bild wird direkt auf die eine weisse, dünne Aluminiumplatte gedruckt.

  • Bei Acrylglas wird die Fotografie seitenverkehrt auf die Rückseite des Acrylglases gedruckt. Hinter dem farblosen, transparenten Acrylglas erhält die Fotografie eine ausgeprägte Tiefenwirkung.

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Der wesentliche Unterschied zum Tintenstrahldruck auf Papier ist, dass beim Direktdruck die Tinte nicht in das bedruckte Material eindringt, sondern auf der Oberfläche aufgetragen und sofort danach mit UV-Licht gehärtet wird.

Beide Werkstoffe – Alu-Dibond und Acrylglas – sind zuerst für den Ausseneinsatz in der Werbung eingesetzt worden. Grosse Mengen können kostengünstig und rasch gedruckt werden. Die Haltbarkeit solche Direktdrucke ist mit 2 bis 3 Jahren im Aussenbereich bescheiden. Die Druckqualität liegt tiefer als bei einem Fine-Art-Print.

 

Viele Anbieter von Fotoposter setzen heute auf den Direktdruck und die Alu-Dibond-Platte, andere bieten auch den Druck auf Acrylglas an. Dagegen sucht man bei diesen Anbietern ein Drucken auf Papier und das anschliessende Aufziehen auf eine günstigere Aluminiumplatte vergeblich. Der Direktdruck vereinfacht und beschleunigt den Produktionsprozess, doch leidet darunter die Qualität des präsentierten Bildes. Ein Testdruck ist in den meisten Fällen nicht möglich. Zudem kann der Käufer das Papier nicht mehr nach den grafischen Eigenschaften des Motivs wählen und separat davon die Präsentationsoberfläche sowie die Verpackung (= den Bilderrahmen) aussuchen.

 

Gerahmte Bilder

 

Der klassische Bilderrahmen ist ein Dekorationsmittel, das heute weder aus der Kunst noch aus unserem Zuhause wegzudenken ist. Während der Renaissance wurden die Bilderrahmen, Passepartouts und später auch die Barockrahmen zum beständigen Teil unserer Wohnkultur. Bis heute hat sich das Design von üppig und verschnörkelt zu minimalistisch und zurückhaltend und weiter zu verspielt und aufsehenerregend entwickelt. Für Fotografien kommen Aluminiumrahmen, Holzrahmen oder Kunststoffrahmen in Frage.

 

Aluminiumrahmen

In Aluminium ist vieles vereint, was andere Materialien wie andere Metalle, Holz oder Kunststoff nicht schaffen. Aluminiumrahmen sind sehr leicht, verfügen über eine hohe Festigkeit und sind formstabil. Die einfache Konstruktion hat viele Vorteile. Die Bilder können rasch ausgewechselt werden. Der Rahmen ist stabil genug, auch grössere Gemälde zu tragen, ohne dass sich die Leisten verbiegen. Seine schlanke Konstruktion lenkt nur wenig vom Bild ab. Zudem ist Aluminium sehr pflegeleicht und rostet nicht.

 

Holzrahmen

Bilderrahmen aus Holz haben auch heute noch nichts von ihrem Charme verloren. Denn Holz ist ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff, der vielseitig einsetzbar ist. Seine natürlich gewachsene Maserung macht jeden Bilderahmen einzigartig. Holz sorgt für eine warme Atmosphäre wie sie in Stilen der Landhäuser gewünscht werden.

Holzrahmen können ihre natürliche Farbgebung beibehalten oder als farbenfrohe Holzlackierungen auffallen. Ob rund, oval, klassisch quadratisch oder prunkvoll mit Ornamenten im Barockstil geschnitzt, alles hat seinen Platz. Daher kommen Holzrahmen noch immer grösstenteils in Wohneinrichtungen zum Einsatz.

Holz hat den Nachteil, dass bei hoher Belastung die Holzleisten durchbiegen können. Zu einem schweren Kunstwerk gehört ein massiver, breiter Holzrahmen. Noch besser wäre es, sich für einen schmaleren und eleganteren Aluminiumrahmen zu entscheiden.

 

Kunststoffrahmen

In der grossen Auswahl an Kunststoffrahmen findet man beinahe immer ein Exemplar, das zum Motiv und zur Umgebung passt. Ob ein Standardformat, eine Sondergrösse oder ein Kunststoffrahmen mit einem Aussehen eines barocken Holzrahmens, die Variationen sind heute beinahe grenzenlos. Die Kunststoffe sind beständig gegen Flüssigkeiten. Wasser, Säuren und Laugen schaffen es meist gar nicht erst bis zum Kunstwerk vorzudringen. Die glatte Oberfläche der Leisten lässt sich leicht reinigen. Sie oxidiert nicht und kann deshalb keine altersbedingten Verfärbungen annehmen.

 

Rahmen lassen oder Do-it-Yourself

 

Unabhängig von den eingesetzten Materialen, kann grob unterscheiden werden zwischen dem Weg in ein Bilderrahmen-Fachgeschäft und der Methode «Do-it-Yourself».

Bilderrahmen-Fachgeschäft

Im nahen Fachgeschäft können Sie in aller Ruhe über die vielfältigen Lösungen mit einem geprüften Fachmann sprechen. Er wird versuchen, Ihren Anspruch an die Art der Präsentation kennenzulernen. Soll es ein einfacher oder ein repräsentierender Rahmen sein, mit oder ohne Passepartout? Er wird Sie auch auf neuartige Möglichkeiten hinweisen, die sie noch nicht kennen. Er kennt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Materialien. Die Beratung und Montage verläuft glatt und ohne Hektik. Da ist man gerne bereit, den Fachmann auch für seine besonderen Leistungen zu entlöhnen. Wenn Sie noch keine Erfahrungen mit einem Fachgeschäft in Ihrer Nähe gemacht haben, dann fragen Sie uns nach einer guten Adresse.

Do-it-Yourself

In eigens dafür geschaffenen Shops bieten die Grossverteiler allerlei Nützliches an, so auch ein Sortiment an Bilderrahmen. Meist sind nur wenige, standardisierte Grössen erhältlich, so dass die Bildgrösse auf eine gegebene Rahmengrösse abgestimmt sein muss – und nicht umgekehrt. Zu solchen Rahmen zählt als gutes Beispiel der Alurahmen mit Antireflexglas, Modell Matissa, von Micasa.​

Tipps für die Methode Do-it-Yourself

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